Hinweis

Im Lexikon werden die Grundaussagen des Heiligtums der Sieben Göttinnen unter Hinweis auf die Posts im Hauptblog authentisch wiedergegeben.

Überblick verschaffen ein


und ein

GLOSSAR

Im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FAQ werden Häufig gestellte Fragen /Frequent Asked Questions beantwortet:

ÜBERSICHT HÄUFIG GESTELLTER FRAGEN / FAQ


Montag, 12. März 2012

Systeme


Mit System (vom Altgriechischen σύστημα, systema, für Zusammengestelltes, Verbundenes, Gebilde) wird der Zustand des Zusammenwirkens verschiedener Einzelner mittels ihrer Beiträge zu einem gemäß einer ihnen vorliegenden Information zu einem übereinstimmenden Verhalten bezeichnet. Durch intelligente Verfahren ist dabei sichergestellt, dass die jeweils mit ihren Beiträgen Bewirkenden die jeweiligen Ergebnisse ihres gemeinsamen Zusammenwirkens zur Kontrolle ihrer eigenen Beiträge als Erkenntnisse wahrnehmen und mit der zugrundeliegenden Information abgleichen und hierauf gegründet ihre Beiträge verändern und anpassen können. Dem entspricht die Entwicklung der Informationsübertragung in der Biologie von einfacher zu korrigierender gegenläufiger Richtung bis zum sich selbst endlos wahrnehmenden menschlichen Bewusstsein, wodurch als Systeme  zu beschreibende Wirkungszusammenhänge erst entstehen können. Sie sind dabei Teil eines Werdens. Jeder systemischen Beschreibung liegt dabei ein Resultat zugrunde, das den unter einem System zusammengefassten Wirkungszusammenhängen zugeordnet wird. Hierin liegt die heuristische Bedeutung des Systembegriffs. Er ist immer beschreibend und nicht begründend, wobei jedoch die Vorstellung von einem System als Ergebnis eines herzustellenden Wirkungszusammenhangs in der rückgekoppelten Wahrnehmung durch einen oder die Bewirkenden in deren Informationsbasis eingeht und so die den Beiträgen zugrundeliegende Information inhaltlich mitbestimmt. Dies lässt von außen betrachtet ein System regelmäßig als geschlossener in sich selbst begründeter Zusammenhang erscheinen, was indessen eine Täuschung ist. Dieser unterliegt man umso mehr, umso zuverlässiger das gemeinsam zu Bewirkende in zeitlicher und räumlicher Hinsicht durch kontinuierliches aufeinander folgendes Verhalten der Beteiligten geschieht, wodurch virtuelle Kontinuen scheinbar erzeugt werden. Aber auch diese hängen in ihrer Beständigkeit ausschließlich von den sich verlässlich wiederholenden Beiträgen der Zusammenwirkenden ab, wobei sich systemische Zusammenhänge nur auf der Ebene der Information und hierüber bei der Bestimmung künftiger Beiträge der Bewirkenden auswirken können. Eine einem System zugeordnete entsprechende Selbständigkeit kann daher nur von virtueller Bedeutung sein.  Der Systembegriff entstammt  somit dem virtuellen Bereich, nicht anders als Symbole, Formen oder Ideen, indem man ihn durch verallgemeinernde Wahrnehmung auf einem abstrakten Niveau gewinnt, eine Gegenständlichkeit kommt ihm jedoch nicht zu. Gegenständlich bleiben insoweit allein die  zu einem abgestimmten Verhalten erbrachten Beiträge der Beteiligten, deren Bedeutung sich im Zusammenwirken einstellt. Als abstrakter Begriff können Systeme informativ kommuniziert werden. Eine besondere eigenständige Bedeutung kommt dem Systembegriff nur auf der Basis der Idealisierung der Begriffe zu, indem man diesen und nicht den mit ihnen bezeichneten Zusammenhängen Realität beilegt, um so das Erdachte als ein Sein zu definieren. Nunmehr scheinen Systeme eine eigene Realität und selbständige Bedeutung zu entfalten, indem die sich beim Zusammenwirken der einzelnen Beiträge einstellende Bedeutung dieser Beiträge unter Abstrahierung von ihnen dem System als eigenständige Leistung zuordnet. Es handelt sich hierbei um übliche begriffliche Spiele der Idealisten zur Vertauschung der Realitäten, die solange nicht auffallen, solange die begriffliche Information von den Beteiligten lückenlos umgesetzt wird, sie sich also systemisch verhalten. Damit wird deren Leben aber der Beliebigkeit der Begriffe ausgesetzt, was eine Grundvoraussetzung für jeden Missbrauch Einzelner darstellt. Dem soll hier durch die Verhaftung des Einzelnen in seiner Gegenständlichkeit und Leiblichkeit entgegengewirkt werden. 

Beiträge:

Sonntag, 12. Februar 2012

Verschriftlichung


a)  Unter Verschriftlichung versteht man den Gebrauch von geschriebenen Symbolen als Träger von Information, wie sie bei Einführung der Schrift und ihrer Verbreitung zum Träger der Kultur wurden, wobei wir zur Kultur alle Informationen als Mitteilungen zwischen Menschen zählen, auch solche, die auf ein bestimmtes Verhalten der beteiligten Menschen gerichtet sind, um hierdurch gesellschaftliche Einrichtungen, also Virtuelles zu bewirken. Mit Verschriftlichung der Welt bezeichnen wir dabei den Vorgang, dass die Erfassung und Verbreitung der Information, die für das Bewirktwerden aller kulturellen und gesellschaftlichen Erscheinungen maßgeblich ist, grundsätzlich -mit Ausnahme der durch unmittelbare Kommunikation konstituierten Kleingruppierungen-  schriftlich erfolgt. Jede kulturelle oder gesellschaftliche Erscheinung kann nur dadurch entstehen, dass sie durch das Verhalten der an ihr Beteiligten gemäß einer ihnen vorliegenden Information durch ein abgestimmtes Zusammenwirken bewirkt wird. Durch die Verwendung der Schrift konnte die hierbei erforderliche Information sowohl zeit- als auch raumübergreifend weitergegeben werden, wodurch völlig neue virtuelle Gestaltungen, auch unter nicht persönlich verbundenen und anonymen Beteiligten bewirkt werden konnten. Während zuvor nur solche virtuellen kulturellen und gesellschaftlichen Einrichtungen bewirkt werden konnten, für deren Informationsbedarf ein mündlicher Austausch ausreichte, erlaubte die Verschriftlichung weitaus größere und umfassendere Gestaltungen bis hin zu den ersten politischen Großreichen. Die Schrift selbst wird auf ägyptische Hieroglyphen und mesopotamische Keilschrift, beides aus dem vierten vorchristlichen Jahrtausend, zurückgeführt, eine wahrhaft kulturelle Bedeutung erlangte sie jedoch erst mit dem Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends, vor allem nach ihrer Alphabetisierung und Phonetisierung, wodurch den alphabetisierten Symbolen eine phonetisch sprachliche Bedeutung beigelegt wurde. Ebenfalls wurden zu dieser Zeit erst geeignete Symbolträger, wie die Papyri, gefunden. Erst damit konnte sich die Schrift zu einem Kulturträger entwickeln, der die etwa rhetorisch oder episch formalisierten mündlichen Informationsträger ablöste.   b)  Nunmehr begannen die schriftlichen Aufzeichnungen der mündlichen Überlieferungen, wie sie uns etwa von den aus dem 8. bis 6. vorchristlichen Jahrhundert stammenden Werken Homers, Hesiods und dem Alten Testament der Bibel bekannt sind; auch die überkommenen schriftlichen Nachweise des offenbar weitaus älteren Gilgamesch Epos stammen aus dieser Zeit. Hiermit wurde eine tiefgreifende Kulturwende eingeleitet. Zuvor galt die allein durch mündliche  Information getragene matriarchale Kultur. Sie ist für einen Zeitraum von knapp 40.000 Jahren nachweisbar, wie wir von aus dieser Zeit recht kontinuierlich vorhandenen archäologischen Funden in Form von die weiblichen Sexualmerkmale wie Brüste, Hüften und den Schambereich überbetonenden kleinen Statuetten sowie durch viele aufgezeichnete Mythen aus der vorschriftlichen Zeit wissen. Die Menschen bestimmten ihre Zusammengehörigkeit nach den Geburten durch die Mütter, in deren Schoß sie die Einbindung in den ewigen Kreislauf des Lebens zu erkennen glaubten. So wie sie den Kreislauf der Natur mit Frühling und Erblühen, Sommer und Reifen, Herbst und Vergehen sowie Winter und Tod erlebten, fanden sie ihn bei den Göttinnen bestätigt, die im Frühling ihren Gottsohn gebaren, ihn im Sommer oft als Gatten liebten, um ihn in der Reife des Herbstes wieder zu verlieren und ihren Tod im Winter zu betrauern, bevor alles wieder mit der Schwangerschaft und der Geburt im Frühling von neuem begann. Nachdem die Menschen die Bedeutung der Sexualität erkannt hatten, deuteten sie den Geschlechtsakt als Öffnung des weiblichen Schoßes, damit die wiederzugebärenden Seelen dort einkehren konnten. Auch der Schoß der Göttinnen wurde nunmehr von ihren Sohngeliebten geöffnet. Die Menschen erfuhren selber auch in der geschlechtlichen Vereinigung und dem dabei empfundenen orgiastischen Rausch ihre Teilhabe am göttlichen Lebenskreislauf, ein Erlebnis das auch Gegenstand ritueller Verehrung wurde. Die biologische kausale Vaterschaft indessen entdeckten die Männer erst mit Hilfe der Vermehrung ihrer Erkenntnisse, die ihnen die Verschriftlichung brachte.   c)  Mit ihr waren nicht nur eine gewaltige Erweiterung der Informationsbasis und deren Intensivierung verbunden, was unmittelbar die virtuellen Gestaltungen betraf, sondern sie verselbständigte zugleich die Abstraktion. Die Abstraktion ist in jedem Einzelnen als Fähigkeit zur Verallgemeinerung einer konkreten Wahrnehmung angelegt, indem das Bewusstsein wie im System sich endlos spiegelnder gegenüberstehender Spiegel ein Wahrgenommenes, wie es wiederum selbst wahrgenommen wird, spiegelt und dabei von Stufe zu Stufe immer höher gelangt. Aufgrund der zur sich selbst wahrnehmenden Wahrnehmung hinzutretenden Beurteilungsfähigkeit kann der Gegenstand der Spiegelung von Stufe zu Stufe aufsteigend durch Weglassen von Eigenschaften und absteigend durch deren Hinzufügen gewandelt werden. Die Abstraktion ermöglicht dabei aufsteigend eine einzelne Wahrnehmung soweit zu verallgemeinern, dass sie mit einer entsprechenden Wahrnehmung eines anderen Menschen vergleichbar wird. Mithilfe von Symbolen können diese sich dann hierüber austauschen, indem die Bindungskraft der Kommunikation die hierzu notwendigen Bahnen schafft. Ob die zwischen den durch die Kommunikation verbundenen Einzelnen ausgetauschte Information genügte, mithin ein jeder der Beteiligten seine inneren Wahrnehmungen ausreichend verallgemeinert hat, erweist sich am Erfolg ihres hierdurch ermöglichten Zusammenwirkens. Das heißt, die Wahrnehmungen in jedem Einzelnen müssen soweit verallgemeinert werden, dass sie für die zum gemeinsamen Bewirken eines festgelegten Ziels erforderliche Information ausreichen. Zu mehr kann die Verallgemeinerung nicht führen, vor allem nicht zur Identität der Wahrnehmungen, aber auch nicht zur Wahrheit. Diese erschöpft sich allein in dem Vermögen eines jeden Einzelnen, den Irrtum zu erkennen, soweit sie nicht Teil des allgemeinen Lebens und damit positive Bedeutung im Sinne einer Erleuchtung zu erlangen vermag. Die Verschriftlichung ermöglicht nun aber, den Inhalt einer jeweils individuellen Abstraktion mittels der Symbole aus der Transistenz des jeweils werdenden Lebens herauszulösen und auf der Ebene der Information zu vergegenständlichen. Von dort kann die Information von dem Einzelnen selbst wieder bei Bedarf erinnert werden, auch in anderem Zusammenhang, oder auch von anderen benutzt und als Gegenstand weiterer Verallgemeinerungen dienen. Damit entfaltet die Abstraktion eine selbständige Bedeutung, was ihr nur durch die Verschriftlichung möglich wurde. Nun konnten ganze Systeme im Wege der Abstraktion geflochten werden, die als Information Grundlage von entsprechend weitreichenden und komplexen virtuellen Gebilden werden konnte. Die Verschriftlichung wurde selber verallgemeinert und es bildete sich die wissenschaftliche Methode heraus, die Philosophie begann zu blühen, Mathematik und Kosmologie entstanden.   d)  Was dort indessen geschah, entfernte sich immer mehr von der bisherigen Kultur und deren Einbindung in den natürlichen Lebenskreislauf und stand dem männlichen Verständnis weitaus näher als dem weiblichen. Die Frauen definierten sich infolge ihrer körperlichen Eingebundenheit mit der gesamten Natur und mit deren Fruchtbarkeit, während die Männer ihre Stellung nur über funktionale, also bereits durch Abstraktion verallgemeinerte Aufgaben, wie Nahrung für andere zu besorgen oder für deren Sicherheit zu sorgen, fanden. Den Männern lag es daher näher, etwas zu bewirken, indem vorgegebene Informationen umgesetzt wurden, worauf sich ihre Macht gründete. Damit wirkten sich die durch die Verschriftlichung einstellenden Änderungen primär auf männliche Bereiche aus, erst sekundär über die  Beiträge der Männer auf die Frauen. Dies aber reichte, um der mit der Verschriftlichung beginnenden Entwicklung eine zunehmend mehr von männlichen Bedürfnissen bestimmte Richtung zu geben. Auch die wissenschaftliche Erkenntnis wurde zu ihrer Domäne und diese offenbarte ihnen nun recht bald den wirklichen Zusammenhang zwischen Geburt und Zeugung, dass nämlich der Mann einseitig durch Begattung einer Frau diese zu befruchten vermochte, ohne dass es auf die Einbindung deren Schoßes in den ewigen Kreislauf des Lebens ankäme. Auch bedurfte es nicht der willentlichen Mitwirkung der Frauen, man konnte einfach über ihren Schoß verfügen, sie auch mit Gewalt nehmen, sich ihrer bedienen. Hiermit nahm die sich neu ausrichtende Kultur ihre Fahrt zum Patriarchalismus auf, der die jahrzehntausende matriarchale Kultur gänzlich entzauberte und in einer beispiellosen Weise  eine ganze Geschlechtergruppe unterwarf. Die Frauen wurden zur männlichen Vermehrung instrumentalisiert und verloren darüber nicht nur ihre Sonderstellung, sondern auch alle über diesen Zweck hinausgehenden Befugnisse und Rechte, sie wurden weggeschlossen, mussten sich verhüllen und eine strenge Moral wachte über die wahre Urheberschaft des Mannes für seinen Nachwuchs. Denn diese war ständig dadurch bedroht, dass die Frau einem anderen Mann ihren Schoß öffnen konnte. Dies auszuschließen diente nahezu alle Moral. Die Männer aber lösten sich aus der sexuellen Abhängigkeit von den Frauen, indem sie das sexuelle Erlebnis, einst die Verbindung zu den Göttern schaffend, zur niederen Wollust abwerteten und die Frauen, die hieran teilhatten, zu Prostituierten machten. Nach dem kurzen phallokratischen antiken Zwischenspiel der Päderastie, die wahrhafte sexuelle Liebe nur in dieser homoerotischen Variante anerkannte, schritt die Verallgemeinerung dazu, vom Leben schließlich alle Leiblichkeit zu  abstrahieren und alles in der Idee eines einzigen männlichen Gottes münden zu lassen.  Die Idee wurde im Idealismus zu Realität, das Leben und die Bedürfnisse eines jeden einzelnen Menschen zu bloßen Akzidenz, das Sein der Begriffe wurde geschaffen.   e) Dies führte zum Zivilisationsbruch. Alle Zivilisation entstand durch gemeinsames Bewirken entsprechend der den hieran Beteiligten vorliegenden Information. Die Abstraktion, die die Information gewinnen ließ, kennt aber keine Wahrheit, sie ist nur daran zu messen, was das zu ihrer Umsetzung Bewirkte jeweils konkret für die hiervon betroffenen Einzelnen bedeutet. Durch die Verselbständigung der Abstraktion und dem eigenen Sein, das den Begriffen idealistisch beigelegt wurde, wurde nunmehr das Ergebnis der durch die fortschreitende Abstraktion gewonnenen Information allein nur noch am Allgemeinen, das heißt an einem anderen Abstrakten und nicht mehr an den konkreten Auswirkungen für die beteiligten Einzelnen gemessen, fern der in jedem Einzelnen gründenden Wahrheit und korrigierbar nur durch Zusammenbrüche der Systeme, bei denen die beteiligten Einzelnen stets unter die Räder des sogenannten Fortschritts kamen. Natürlich gab es kein Allgemeines, das wiederum ein anderes Allgemeines rechtfertigen könnte, Rechtfertigung fand sich ausschließlich, wenn das Allgemeine über das Bewirkte wieder zum Einzelnen kam. Tatsächlich führte diese den Zivilisationsbruch  darstellende Verselbständigung der Verallgemeinerung auch dazu, dass nunmehr beliebige Ziele außerhalb der Kontrolle der beteiligten Einzelnen bestimmt werden konnten und diese entstammten dann zumeist den Bedürfnissen derjenigen, die die Abstraktion der Systeme und deren Verwendung beherrschten. Der Einzelne selbst wurde schließlich darauf reduziert, was man seiner zumindest bedurfte, dass er die ihm aufgegebene Information noch zuverlässig umsetzen konnte. Mithilfe des Idealismus und der durch ihn eröffneten Beliebigkeit waren die Menschen auf diese Weise stets leicht zu beherrschen. Im Idealismus war für ihre Leiber mit Ausnahme des Existenzminimums, das in Wirklichkeit das erwähnte Funktionsminimum war, kein Raum und deren Bedürfnisse waren auf allgemeine Lustbarkeiten beschränkt, der individuellen Lust, vor allem der sexuellen zu frönen, galt als Sünde. Hiermit hielt die patriarchale Kultur ihre Herrschaft bis heute aufrecht.   f)  Selbst die Aufklärung, die an vielen Prämissen dieser Kultur nagte, benötigte mehr als dreihundert Jahre, bis Frauen erste Zweifel an ihre männliche Instrumentalisierung und Beschränkung auf die sie dominierenden männlichen Bedürfnisse anmelden konnten. Noch heute schlägt ihnen die ganze Gewalt der männlich verschriftlichten Kultur entgegen, wenn sie sich den Ursachen ihrer systematischen Entrechtung zuwenden. Denn die Dokumente dieser Kultur sind von den ersten großen Werken Homers, Hesiods und der Bibel an bis heute nichts anderes als eine hemmungslose Verherrlichung männlichen Wirkens in dem Bemühen, die Spuren der jahrzehntausende alten bei der Verschriftlichung liquidierten matriarchalen Kultur zu verwischen. Hiervon muss man sich befreien und die Bedeutung der Verschriftlichung als Träger der patriarchalen Kulturrevolution in allen ihren Formen richtig einschätzen, um zu dem Punkt zurückzugehen, bevor sie begann. Die Niederlage der matriarchalen Kultur mit ihrem Selbstverständnis einer natürlichen Verbundenheit mit dem Leibeskreislauf und der Leiblichkeit allen Lebens wurde zutiefst in das Wesen der aufgrund der Verschriftlichung entstandenen neuen patriarchalen Kultur eingebrannt und deren fortschreitendes Abstraktionsvermögen mit der in hierdurch selbst errichteten Systemen gegründeten inzestuösen Wissenschaftlichkeit erlaubt nur solche Wege, die die hiermit zu vereinbarenden Beweise vorwegnehmen. Daher ist es den Feministen bis heute nicht gelungen, sich vom eigentlichen Kern patriarchaler Herrschaft zu befreien. Allein, was wir erleben, ist, dass dem seinerzeitigen Zivilisationsbruch nunmehr ein Kulturbruch folgt, weil die Kultur angesichts der sich auflösenden patriarchalen Ordnung den Menschen für ihr Zusammenwirken keine passenden Formen mehr zur Verfügung stellen kann. Deshalb ist es unumgänglich zu diesem Zeitpunkt zurückgehen, als infolge der Verschriftlichung die patriarchale Kultur mit der Niederschlagung der alten Kultur und der Entrechtung der Frauen begann. Diesen Weg beschreiten wir im Heiligtum mit der Verallgemeinerung der göttlichen  Lust und Liebe, wenn wir an den Mythen und der durch sie vermittelten Lebensform der Leiblichkeit allen Lebens wieder anknüpfen, um den Weg, den die patriarchale Kultur einschlug von der Warte göttlicher Leiblichkeit aus noch einmal zu verfolgen.


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Mittwoch, 23. November 2011

Weihe


Unter Weihe versteht man einen mythologischen Vorgang, bei dem durch eine bestimmte Handlung einem Gegenstand oder Lebewesen eine zusätzliche besondere Eigenschaft übertragen wird, die regelmäßig von einem anderen Medium, von dem auch der Weihende seine Befugnis oder Fähigkeiten herleitet, übergeht. Die hierdurch erworbene Eigenschaft begründet grundsätzlich zwischen dem Geweihten und dem Medium ein besonderes Verhältnis, das beidseitig oder auch einseitig verpflichtend sein kann, dem aber auch die besonderen Fähigkeiten, die dem Geweihten durch die Eigenschaft vermittelt werden, entstammen. Das Medium selbst verfügt hierbei über übersinnliche, das heißt nicht an naturgesetzliche Notwendigkeiten gebundene allgemeine Eigenschaften und Fähigkeiten, eine Erweiterung, die sich die Weihe gerade zu eigen machen soll. Häufigster Vorgang einer Weihe ist, dass bestimmte nicht natürliche Eigenschaften einem solchen nicht an die irdischen Gesetzmäßigkeiten gebundenen Wesen zugeschrieben werden, die dann in bestimmten Teilbereichen durch die Weihehandlung auf den Geweihten übergehen können. Solche Erweiterungen können passiver Natur, wie bei der Gefahrenabwehr, oder aktiver Natur, wie zur Herstellung besonderer Zustände, sein. Weihen spielten in der Vergangenheit oft dort eine besondere Rolle, wo durch die Weihe eine Position mit besonderen Machtbefugnissen übertragen wurde, die in ihrer Ausübung oder auch nur zur Rechtfertigung von einem göttlichen Wesen abgeleitet werden sollte (wie zum Beispiel bei Ämtern von Gottes Gnaden). Geweihten Gegenständen kommen solche abgeleiteten Eigenschaften unmittelbar zu und können diese entweder auf andere übertragen oder sie können auch den unmittelbaren Eigenschaften Entsprechendes bewirken. Auch gibt es Weihen, die bestimmte Personen oder Gruppen dem Medium, zumeist ein Gott oder Halbgott, gegenüber besonders verpflichten (wie z.B. zu bestimmten Lebensweisen) und bei denen das Medium künftige Entwicklungen zum Ausgleich in deren Sinne günstig beeinflusst. Die einer Weihe zugrunde liegende Vorstellung geht im Ergebnis von einer teilweisen Überschneidung übersinnlicher und irdischer Verhältnisse aus, deren Schnittmenge Pflichten und Berechtigungen oder auch gewährte Gnaden entstammen. Diese Vereinigung irdischer mit überirdischen Sphären in Teilbereichen kennzeichnet jede Art von Weihe und stellt auch den Urtypus einer jeden Weihe dar. Insofern liegt der Weihe und den hierbei unterschiedenen Weihegraden die Vorstellung einer Annäherung an ein göttliches Wesen zugrunde (wobei wir göttlich zumindest als über den Menschen und seine Existenz Hinausweisendes, ihn aber gleichwohl Bedingendes verstehen). Dies ist der eigentliche spirituelle Kern der Weihevorstellung, weswegen Weihen am korrektesten als spirituelle Vorgänge verstanden werden können, mit denen aufgrund der teilweisen Vereinigung der Sphären der Geweihte zunehmend in den Zustand des Mediums versetzt werden kann. Als spiritueller Vorgang dient dies grundsätzlich der Wahrnehmung, kann aber auch zu den oben geschilderten Erweiterungen diesseitiger Eigenschaften führen. Organisatorisch können dann damit bestimmte Funktionen verbunden werden, zumal wenn diese zugleich wiederum eine besondere Weihefähigkeit begründen sollen. In diesem Sinn wird die Weihe im Heiligtum verstanden. Das wesentliche ist die in den verschiedenen Weihegraden liegende Beschreibung des Umfangs der göttlichen Vereinigungals ausnahmslos spiritueller Vorgang, wobei das Maß der Vereinigung fortschreitend stufenlos ist. Die vorgesehenen Weihehandlungen sind hier jeweilige Manifestationen, die den erreichten Weihegrad objektivieren. Das ist der wesentliche Inhalt der jeweiligen Weihebefugnis. Eine solche Objektivierung ist selbst nicht zwingende Voraussetzung für die Fortsetzung zu höheren Weihegraden, es sei denn insoweit, als mit dem Grad bestimmte Funktionen verbunden sind, wozu auch wiederum Weihebefugnisse selbst gehören. Weihebefugnisse können nur den Weihen entsprechend gemäß der hierfür festgelegten Grade verliehen werden. Zudem sind sogenannte Initialweihen ebenfalls nur aufgrund der vorgesehenen Objektivierung durch die hierfür vorgesehene Weihehandlung möglich. Hierzu gehört einmal die Weihe zum Amuletteträger als Aufnahme in die Gemeinschaft (durch Teilnahme am leiblichen Gebet in den Gottesdienstendes Heiligtums) und die erstmalige Priesterweihe durch den Träger des Wortes als Voraussetzung für die künftige Weiterleitung priesterlicher Grade, wodurch die Verbindung zu der Rückkehr der Göttinnen begründet ist. Das heißt, dass jeder Priester mit seiner eigenen Weihe durch eine Kette im gleichen Weihegrad erfolgter Weihen mit einer solchen Initialweihe verbunden sein muss. Für den rein spirituellen Weg der aufsteigenden Weihgrade bedeutet dies aber nicht, dass deswegen für nicht als Priester geweihte Personen der Weg zu höheren spirituellen Graden verschlossen wäre. Vielmehr reicht es für diese Personen aus, auf ihrem Weg in leiblicher Gebetsgemeinschaft in Sakralakten mit Priestern verbunden gewesen zu sein, wodurch die notwendige spirituelle Ableitung zur Rückkehr der Göttinnen hergestellt ist. Der Schwerpunkt der Weihe liegt im Heiligtum daher grundsätzlich im Spirituellen der fortschreitenden Vereinigung mit der Göttin, bzw. allgemeiner formuliert dem Göttlichen schlechthin (Anm.: mit spirituell ist der Gegensatz zur funktionalen Bedeutung einer Weihe gemeint, nicht jedoch zu einer Leiblichkeit, in der sich jeweils die spirituelle Weihe vollzieht). Die Vereinigung ist dabei ein zweiseitiger Vorgang, wie sich auch daran zeigt, dass sie in Erfüllung eines entsprechenden göttlichen Begehrens (worin für uns Menschen der Urgrund der Belebung aller Welten liegt) erfolgt. Für den Menschen, der selbst nur ein Werden innerhalb der Zeit ist, bedeutet das Erlebnis der Vereinigung im Ausgangspunkt ebenfalls nur ein Ergebnis eines Bewirktwerdens. Was die Vereinigung seitens der Göttin bedeutet, entzieht sich naturgemäß jeder menschlichen Erkenntnis, allein deren Begehren ist wahrnehmbar und das Erlebnis gemeinsamer Lust und Liebe. Indessen muss alles Göttliche eine Eigenschaft des Seins (und nicht eines uns allein bekannten Werdens) sein, so dass wir die Vereinigung in der Verallgemeinerung von Lust und Liebe (Galaktisierung) als Teil eines solchen Seins begreifen müssen, wo das bloße zeit- und raumabhängige Bewirktwerden, sprachlich gesprochen, die Dimension verändert. Die im Heiligtum erfolgenden Weihen bedeuten nun, dass der Mensch zunehmend hiervon durch das Erlebnis der göttlichen Gemeinsamkeit Göttliches in sich aufnimmt, ihm mithin Eigenschaften der sich mit ihm vereinenden Göttin entsprechend den verschiedenen Graden zuwachsen. Der aller erste Vorgang einer solchen Urweihe liegt bereits in der Belebung der Welt, denn das Leben selbst als Allgemeines ist Teil der Göttin und wird im Akt der Belebung auf die Welt übertragen, das heißt auf die belebte Welt geht hierdurch eine göttliche Eigenschaft über - die Urform der Weihe schlechthin, die durch die sich hierin erweisende Bindungskraft die an jedem Prozess Beteiligten zu einem Lebenden verbinden lässt. Nach Auffassung des Heiligtums ist dies der entscheidende in jedem Lebewesen vorhandene Kern, der erst die fortschreitenden Weihengrade ermöglicht. Denn nur hierdurch gibt es im Menschen einen Punkt, in dem das Werden seines Lebens auf das göttliche Sein in individualisierter Weise trifft und der zum Angelpunkt für die Möglichkeit über das jeweilige Bewirktwerden hinausgehender bleibender göttlicher Eigenschaften wird. Die fortschreitende Weihe besteht gerade in der hier erfolgenden Verknüpfung des Werdens mit göttlichen Eigenschaften des Seins, die im siebten Grad im dauerhaften Zustand der sich stets wiederholenden (solange der Mensch abhängig von Zeit und Ort dem Werden unterworfen ist) Vereinigung mit der Göttin mündet. Neben der persönlichen Weihe, deren Fortschritt die Erlebnisse göttlicher Vereinigung als dem Einzelnen zuwachsende Eigenschaft zunehmend perpetuiert, kennt das Heiligtum noch zwei sachliche Weihen: die von Raum und Zeit. Dabei bezieht sich die räumliche Weihe auf die der Orte und die zeitliche auf die Tageder Göttin als Eingrenzungen zum Schutze des biologischen und zivilen Lebens. Die Weihehandlungen selbst sind, historisch gesehen, nahezu unbegrenzt, im Heiligtum bestehen sie in bestimmten in den allgemeinen Regeln beim TdWs festgelegten Formen des leiblichen Gebets für die Grade 1 - 4. Dies folgt bereits daraus, dass die Weihen unmittelbar der Göttin zugeschrieben werden, und daher nur in ihrer sich leiblich manifestierenden Anwesenheit erfolgen können.



Beiträge:

Der Göttin brodelnder Vulkan

Der Göttin Raum und Zeit sind unser

Sein und Werden in der Göttin Schoß

Sakralzeiten, der Göttin Tage

Die Verleiblichung der Liebe



Gedichte:

Lehrgedicht: Die Ordensgrade

Lehrgedicht: Der Göttin Lohn

Des Einzelnen allgemeine Geliebte

Mysterien der Lust

Der Erleuchtung Weg

Mittwoch, 16. November 2011

Gebetsregister

Gebetsregister werden im Heiligtum zur Erfassung ritueller Handlungen geführt, im Übrigen nach vorgegebenen Regeln.

Montag, 14. November 2011

Heilige Familie

Heilige Familie oder genauer der Göttin heilige Familie meint die Gesamtheit der die Göttin im leiblichen Gebet verehrenden und preisenden Gläubigen. So wie eine einzelne Familie durch die sie bindende Liebe der sie gründenden Beteiligten gebildet und zur Grundlage der in ihr gezeugten Kinder wird, bilden alle durch die gemeinsame Verehrung der Göttin in ihrem dabei geschaffenen Leib verbundenen Gläubigen eine durch die allgemeine Liebe und der sie begleitenden göttlichen Lust und Liebe konstituierte Familie. Sie heißt deswegen heilig, weil die sie tragende und die an ihr beteiligten Einzelnen verbindende Liebe die der Göttin ist und als solche nicht Eigenschaft des Werdens des Lebens eines jeden Einzelnen sondern des allgemeinen Lebens ist. Die einzige Verbindung des Einzelnen, dessen Leben stets nur ein Werden ist, mit dem Allgemeinen und damit Göttlichen besteht in seiner Beteiligung an der Weitgergabe des Lebens und damit Schaffung von etwas Neuem durch Geburt, des einzigen Wunders, dessen der Einzelne fähig ist. An dieser Nahtstelle zwischen Werden und Sein trifft der Einzelne auch auf das Licht der Göttin, das vom Sein hinüberscheint und der Einzelne als Glück sowie Lust und Liebe wahrnimmt. In der leiblichen Verehrung der Göttin, wie sie im Heiligtum erfolgt, geht der Einzelne - ausgehend von seinem eigenen sexuellen Erlebnis- zurück zu dem Punkt, wo die Göttin bei der Belebung der Welt diese mit ihrer eigenen Lust und Liebe verbunden hat. Das Ziel der leiblichenVerehrung ist es, diese Lust und Liebe der Götttin unmittelbar zu erfahren und hierdurch das einzig mögliche Allgemeine und Göttliche zu erleben. Dass dies geschehen kann, hat die Göttin so eingerichtet, damit sie von den Menschen mit deren Lust zurückgeliebt wird. Daher nimmt der Mensch bei seinen Sexualakten auch kein auf die Vermehrung zielgerichtetes Handeln wahr, sondern erlebt unmittelbar diese Lust und Liebe, in die alles Denken aufgeht  - was den Weg zur eigentlichen und allgemeinen göttlichen Lust und Liebe eröffnet. Dieser Weg kann nur gemeinsam mit anderen beschritten werden und besteht in der Galaktisierung, das ist die Verallgemeinerung von Lust und Liebe. Diese Verallgemeinerung verbindet zugleich alle daran Beteiligten zu Eins, das dem göttlichen Leib entspricht, und bildet mit dieser Bindung die Bande der allgemeinen und damit heiligen Familie. Die Bindung der heiligen Familie, also die sogenannten Familienbande, ist zudem die Grundlage für die sozialen Tugenden des Einzelnen, wie seine Verantwortung und seine Gerechtigkeit, die ihn bei seinem eigenen Glücksstreben die Belange anderer berücksichtigen lassen, ohne dass er indessen deswegen die eigenen Ziele seines Strebens aufgeben müsste. Eine Pflicht zur Solidarität gibt es ebenso wenig, wie eine zur Liebe, denn Liebe ist stets freiwillig. Diese Begrenzung löst sich indessen im Bereich der allgemeinen Lust und Liebe der Göttin auf, da diese selbst das höchste Ziel ist, nach dem man nur streben kann, und ein Jedes, um sie zu erreichen, für jeden Einzelnen immer lohnenswert ist. Da die biologischen Grundlagen auch für dieses allgemeine und gemeinsame Streben nach der göttlichen Lust und Liebe identisch mit denen der einzelnen geschlechtlichen Vereinigung sind, können bei dieser allgemeinen leiblichen Verbindung ebenfalls Kinder gezeugt werden. Das ist jedoch nicht Zweck der Verehrung, bei der es nur um die göttliche Lust und Liebe geht, mit der als solche die Vermehrung nicht verbunden ist. Daher obliegt es allein den Beteiligten bzw. hängt von deren Verhalten ab, ob sie zeugen wollen oder durch empfängnisverhütende Maßnahmen verhindern möchten. Wenn somit die Verallgemeinerung von Lust und Liebe als Eigenschaft des Seins allein der allgemeinen und göttlichen Liebe dient und die Zeugung neuen Lebens nicht Gegenstand dieser Liebe sein kann,  so sind deren etwaigen Folgen im Bereich des Werdens des Lebens doch unmittelbar mit der Galaktisierung verknüpft. Aus diesem Grunde gelten hierbei in allgemeiner Lust und Liebe gezeugte Kinder als Kinder der heiligen Familie, für die nicht anders als in der vorgeschichtlichen Zeit  des Matriarchats grundsätzlich die Gruppe verantwortlich ist. Ungeachtet dieser generellen Verantwortung gilt es zudem als Pflicht der Göttin gegenüber, in den zivilen Gemeinschaften der einzelnen Familie, solche Kinder als von den dortigen Partnern gemeinsam gezeugt anzunehmen. Diese Pflicht setzt voraus, dass sich die bei der biologischen Zeugung des Kindes im leiblichen Gebet beteiligten Personen gemeinsam in das Gebetsregister haben eintragen lassen. Ein solches Gebetsregister wird in jedem Tempel nach den hinterlegten Regeln geführt. Die Eintragung muss grundsätzlich binnen 24 Stunden nach dem leiblichen Gebet erfolgen und darf nur vorgenommen werden, wenn die am gemeinsamen leiblichen Gebet Beteiligten dieses Gebet bestätigen. Zur Mitwirkung ist jeder verpflichtet.


Beiträge:

Sonntag, 16. Oktober 2011

Allgemeine Lebenskraft



Mit allgemeiner Lebenskraft wird die die Welt belebende Kraft bezeichnet, deren Teil ein jedes einzelne Leben ist, wozu aber auch die Fähigkeit gehört, neues Leben zu begründen, womit der Einzelne sich in die Kette der allgemeinen Belebung eingliedert. Eine Kraft ist gerichtete Energie, wobei die Energie eine bestimmte Form annimmt, mit der eine bestimmte Wirkung verbunden ist. Die Wirkung besteht darin, dass sie den Zustand desjenigen, worauf eingewirkt wird, in spezifischer Weise verändert, ein Vorgang der mit einer bestimmten der Energie zugerechneten Kraft beschrieben wird. Die Energie nimmt bei der allgemeinen Lebenskraft eine Form an, die auf getrenntes Einzelnes in der Weise einwirkt, dass dieses sich mit anderen Einzelnen zu einem gemäß einer diesen vorgegebenen Information übereinstimmenden Verhalten verbindet, wobei die Lebenskraft selbst Teil einer die ganze Welt, sei sie belebt oder sei sie  unbelebt, bewirkenden Bindungskraft ist. In den Verbindungskräften wirkt die Energie des Seins. Dabei trifft die allgemeine Lebenskraft auf zu durch die Verbindung belebende Materie, worauf die Leiblichkeit allen Lebens beruht. Diese verbindende Wirkung, wie sie der Kommunikation, auch der Liebe und ebenso der Lust, die  das durch die gemeinsame Aktion begründete Werden begleitet, zu eigen ist, und als allgemeine Liebe umschrieben werden kann, ist eine wesentliche Eigenschaft dieser energetischen Form, gewissermaßen die äußere. Die innere Eigenschaft dieser Kraft besteht in der unmittelbaren Belebung der jeweils beteiligten einzelnen Glieder und gegebenenfalls dessen, was aufgrund des abgestimmten und übereinstimmenden Verhaltens wiederum bewirkt wird. Als Wirkung der Energie und damit Eigenschaft der entsprechenden Form sind die belebende und verbindende Funktion identisch. Diese Lebenskraft ist in Form der Bindungskraft eine allgemeine Kraft, weil sie über jedes individuelle einzelne Leben hinausweist, das zwar selbst Teil der Kraft ist, aber alles einzelne Leben nicht die Eigenschaft dieser Kraft, über vorhandenes einzelnes Leben hinaus die Welt zu beleben, besitzt und sich aus dem einzelnen Leben, auch nicht in der Summe, das allgemeine Leben nicht abschließend herleiten lässt. Infolge des Bewusstseins und dessen Eigenschaft, sich der eigenen Bewusstwerdung wieder bewusst zu sein und auch dieser Bewusstwerdung wiederum und so fort (System der sich endlos spiegelnden Spiegel), kann zumindest der Mensch auch die Wirkungen der allgemeinen Lebenskraft wahrnehmen. Dabei erlebt er die Richtung dieser Energieform durch die Wahrnehmung des Glücks, denn das Glück ist gewissermaßen das Licht, das die Energie in der Form der allgemeinen Lebenskraft wirft. Ohne dieses Licht wäre der Mensch anders als bei seinen biologischen Grundlagen wegen seines freien Willens orientierungslos. Die Orientierung selbst erfährt er als Wahrheit. Bei seinem Streben nach dem Glück folgt er der ihm hierdurch gewiesenen Richtung des Lebens, das ist die der allgemeinen Lebenskraft. Die Richtung selbst fühlt er durch die Lust und Liebe, alles Zustände, die sich von den üblichen raumzeitlichen, kausalen und nach Grund und Zweck differenzierenden Wahrnehmungen unterscheiden. Vielmehr sind die Zustände, in denen der Mensch durch Glück, Lust und Liebe die allgemeine Lebenskraft erlebt, selber Grund, Zweck und Ziel. Die allgemeine Lebenskraft, die mit dem von ihr bewirkten allgemeinen Leben gleichgesetzt werden kann, ist das einzig reale Allgemeine, das der Mensch erfahren kann. Alles andere Allgemeine oder auch Abstrakte ist virtuell. Als allgemeine Eigenschaft dieser Form der Energie ist diese Kraft nicht identisch mit dem jeweils Bewirkten, dem einzelnen Leben, sondern folgt aus dem Sein der Energie als etwas, was allem Leben, also auch dem Menschen, vorgegeben ist und außerhalb des durch einen Anfang und ein Ende sich definierenden Werdens eines jeden Lebens steht. Das erklärt auch das außerhalb der raumzeitlichen Wahrnehmungen stehende Erlebnis der Erfahrung dieser Eigenschaften der allgemeinen Lebenskraft, hier spiegelt sich das Sein. Im Heiligtum erfüllt dies die Definition für das Göttliche, weswegen wir in der allgemeinen Lebenskraft die Kraft der Göttin sehen. Auf ihrer Virtualisierung beruhen alles Gesellschaftliche und die Kultur, somit alles, was wir einem virtuellen Sein zurechnen. Die Virtualisierung erfolgt durch die Verallgemeinerung der mit dem Streben des Einzelnen nach Glück verfolgten Zielen. Mit der Verallgemeinerung der Ziele wird der Vorgang des Glücksstrebens seinem eigentlichen Zusammenhang entfremdet, da der Einzelne nur konkret nach einem Ziel streben kann. Soll er das in der Virtualisierung verfolgte allgemeine Ziel glücks- und lustrelevant erfahren, dann muss das allgemeine Ziel für ihn wieder konkretisiert und vergegenständlicht werden (geht zum Beispiel das allgemeine Ziel auf eine Verbesserung der Ernährung, kann der Einzelne in seinem eigenen Glücksstreben dies nur konkret durch den Verzehr der vermehrten Lebensmittel erfahren). In der Virtualisierung bedient man sich nur der Methode des durch die allgemeine Lebenskraft bewirkten Glücksstrebens, weswegen allein dem verallgemeinerten Ziel nicht die Eignung entnommen werden kann, in ein gegenständliches Ziel des beteiligten Einzelnen gewandelt werden zu können. Dies ergibt sich nur aus einem gesonderten hinzutretenden Zweck (und nicht aus der sich von der allgemeinen Lebenskraft ableitenden Richtung). Ein solcher allgemeiner Zweck kann aber ebenso allein den gegenständlichen Zielen einzelner Personen oder anderer Gruppen, denen die an dem gemeinsamen Streben Beteiligten nicht angehören, dienen. Daher ist es für die am gemeinsamen allgemeinen Streben Beteiligten wichtig, dass zusammen mit der das gemeinsame Streben regelnden Information auch die Zwecke im Hinblick auf eine Vergegenständlichung zur Rückführung auf die beteiligten Einzelnen transparent sind. Die virtualisierten allgemeinen Zwecke müssen immer wieder auf die konkrete Richtung der allgemeinen Lebenskraft zurückgeführt werden. Je intensiver aber ein Mensch die allgemeine Lebenskraft und damit das Sein der Göttin erfährt, um so klarer ist sein Blick auf die Wahrheit, die ihm das Licht des Seins deutet. Das Licht und damit die Richtung erfährt der Mensch aber am unmittelbarsten in der Vereinigung mit der Göttin, womit wir sie im Heiligtum verehren und preisen.

Beiträge: 
Virtualisierung allgemeiner Lebenskraft zu Gesellschaft und Kultur
Gedicht: 
Die Lust - der Göttin Pfad

Dienstag, 5. Juli 2011

Mangel- und Irrwesen

Mit Mangel- und Irrwesen wird die Grundeigenschaft der menschlichen Existenz umschrieben, die auch auf andere Lebewesen übertragbar ist, wonach der Mensch nur dadurch lebt, dass er für seine Lebenszeit andauernd den Mangel überwindet und seine Erkenntnis nur durch den Irrtum erlangt. Mangel und Irrtum beruhen dabei auf der selben Voraussetzung, die darin besteht, dass jedes Leben in jedem Augenblick durch den Ablauf eines Prozesses bewirkt wird, mithin ein Werden ist, an dem eine Vielzahl von Gliedern beteiligt sind und die alle sich entsprechend den Vorgaben einer zugrunde liegenden Information abgestimmt verhalten. Die an den Prozessen, die das Leben eines Einzelnen bewirken, beteiligten Glieder (wie Zellen und deren Verbände, Organe und Organisationen) erbringen die in der Prozessinformation vorgesehene Beteiligung, wobei sie die dort gemachten Vorgaben umsetzen. So bildet sich für jedes einzelne Leben ein System, dessen Ent- und Bestehen ausschließlich davon abhängt, dass und solange die am Prozess Beteiligten die erforderlichen Beiträge erbringen, wobei der Information das Erforderliche zu entnehmen ist. Fehlt es an den erforderlichen Beiträgen, dann wird dem System im übertragenden Sinn nicht die zur Belebung notwendige Lebensenergie zugeführt und es kann aus Mangel an Beiträgen und Energie entweder gar nicht entstehen oder aber kollabiert - eine Folge der Tatsache, in jedem Augenblick bewirkt werden zu müssen. Nichts anderes geschieht, wenn die erbrachten Beiträge nicht in vollständiger Übereinstimmung mit den Vorgaben der Information erfolgen, eine Diskrepanz, die man jedenfalls dann als Irrtum bezeichnet, wenn die Abweichung nicht bewusst, also nicht vorsätzlich erfolgt. Dem das Leben bewirkenden Zusammenspiel von selbständigen Gliedern liegt eine Urform der Kommunikation zugrunde, bei der eine bestimmte Information übernommen und mit anderen geteilt wird, die durch die der Kommunikation eigenen Bindungskraft zusammengefasst werden. Diese Vorgänge können auch als Urbewusstsein beschrieben werden, da nach der Definition die einfachste bewusste Form in der Wahrnehmung von Zusammenhängen besteht, denen der Wahrnehmende eine bestimmte Bedeutung für sich entnehmen kann. Dies geschieht bei jeder Übernahme von Information. Im nächsten Schritt entwickelt sich das Bewusstsein weiter zu einer Wahrnehmung auch des selbst und von anderen Bewirkten und dessen Übereinstimmung mit den informativen Vorgaben. Nunmehr sind Rückwirkungen möglich und damit Korrekturen auch an den eigenen Beiträgen, der Irrtum als Diskrepanz zwischen den erfolgten Beiträgen und den Vorgaben entfaltet seine Erkenntnis fördernde Wirkung. Dies setzt indes voraus, dass der Irrtum als solcher überhaupt wahrgenommen werden kann - etwas, was das in jedem Mensch vorhandene Gefühl für die Wahrheit ermöglicht, wobei sich in den Prozessen des Werdens die Wahrheit darin erschöpft, den Irrtum anzuzeigen. Die Wahrheit hat selbst keinen Inhalt, denn dieser könnte nur allgemein und damit etwas Gültiges sein. Dies aber sind Eigenschaften eines Seins und keines Werdens. Tatsächlich entstammt die Wahrheit ebenso wie die anderen Richtungsweiser, wie das Glück und die Lust und Liebe - die allesamt nicht nach Grund, Zweck und Ursache, auch nicht nach Raum und Zeit hinterfragt werden können- dem Sein und sind nach Meinung des Heiligtums Eigenschaften des allgemeinen Lebens und Teil der die Welt belebenden Kraft der Göttin. Hier kommt der Wahrheit auch eine allgemeine und inhaltliche (postive) Bedeutung zu, die eine erleuchtende Offenbarung ermöglicht, nicht indessen im Bereich des Werdens, wo alles nur bewirkt wird und mangels Bewirkung sogleich entschwindet und wo die Wahrheit mit ihrer Kraft allein den Irrtum qualifiziert und Erkenntnisse allein durch das Wissen beliebig verfügbar gemacht werden. Der Irrtum weist den Weg zur Anpassung des eigenen Verhaltens und seiner Beiträge an das Erforderliche, wie es die Leben begründende Information beinhaltet, so dass das Leben tragende System zustande kommt und erhalten wird. Hierdurch wird der allgegenwärtige Mangel mit jedem Beitrag überwunden, etwas dass der Mensch schon mit seinen elementarsten Bedürfnissen bei deren Befriedigung (wie durch Essen, Trinken, Wärme) ständig erfährt. Nicht anders verhält es sich, wenn Menschen in abgesprochener Weise in Gesellschaft und Kultur zusammenwirken und so unter sich Gegenstände des virtuellen Seins bewirken. Ermöglicht wurde dies erst durch die Weiterentwicklung des Urbewusstseins über ein Reflektionsbewusstsein zu dem eigentlichen Selbstbewusstsein, bei dem der Mensch sich als sich selbst erkennendes Objekt wiederum wahrnimmt, eine Fähigkeit allgemeinen und damit nach unserer Meinung göttlichen Ursprungs. Nunmehr werden seine Beiträge zu einem gemeinsamen Tun von seinem Willen getragen, den der Mensch in Freiheit fassen und verfolgen kann. Die Bindungskraft der Kommunikation, die die Einzelnen beim Zusammenwirken weiterhin verknüpft, bedarf zur Unterstützung der Verlässlichkeit, wie ebenso die Verantwortung und die innere Gerechtigkeit die Bindungen verstärken. Aber auch im virtuellen Bereich ändert sich nichts an der grundlegenden Eigenschaft des Menschen als Mangel- und Irrwesen. Besonders lang anhaltende gesellschaftliche Systeme mögen zwar manchmal in der Tat den Eindruck hervorrufen, als seien sie endgültig des Mangels behoben und funktionierten fehlerfrei. Das ist aber nicht nur eine Täuschung, sondern umso sicherer sie scheinen, umso mehr werden sie auf Kosten der Einen zum Vorteil der Anderen bewirkt. Denn der Mangel muss stets vor Ort bei jedem Einzelnen überwunden werden und der Irrtum erweist seine Erkenntnis schöpfende Kraft ebenfalls nur im Einzelnen, alles andere beruht auf Missbrauch derjenigen, die die Systeme zu Lasten derjenigen nutzen, die sie errichten und tragen. Gerechtigkeit gleicht hier nicht aus, sondern ist nur eine beliebig deutbare Leerformel zur Bereicherung der Selbstgerechten. Die Grundtatsache des menschlichen Mangel- und Irrwesens ist unabänderlich und sie bestimmt ein jedes Werden, sei es im biologischen, sei es im virtuellen Bereich. Der Mangel endet dort, wo das Sein beginnt und der Irrtum dort, wo die Wahrheit ihren Inhalt findet, das ist allein im Göttlichen. Der Mensch kann seinem Werden nie entkommen, denn wird er nicht mehr, so ist er auch nicht mehr. Er kann sich mit der Göttin dort vereinen, wo ihre Macht zur allgemeinen Lebenskraft gewandelt als Sein das irdische Werden begründet. In der Vereinigung mit dem in der menschlichen Natur siedelnden Allgemeinen des göttlichen Seins endet jeder Mangel und die Kraft der Wahrheit durchdringt alles. Das ist der Weg, den wir im Heiligtum preisen. Denn bei allem, was dort zu finden ist, gibt es keinen Mangel und die Wahrheit selbst misst sich am Sein.


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