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Im Lexikon werden die Grundaussagen des Heiligtums der Sieben Göttinnen unter Hinweis auf die Posts im Hauptblog authentisch wiedergegeben.

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Im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FAQ werden Häufig gestellte Fragen /Frequent Asked Questions beantwortet:

ÜBERSICHT HÄUFIG GESTELLTER FRAGEN / FAQ


Freitag, 10. August 2012

Erleuchtung


Mit Erleuchtung wird eine inhaltliche, also positive Erkenntnis durch Offenbarung verstanden. Dabei steht Offenbarung in einem Gegensatz zum verstandesmäßigen Ableiten einer Erkenntnis vor allem mittels logischer und vergleichbarer erkenntnistheoretischer Gesetzmäßigkeiten (wie Kausalität, dem Satz vom Grunde und vom Widerspruch, Ort und Zeit). Die Vorstellung einer erleuchtenden Offenbarung geht von einem positiven Wahrheitsbegriff aus und befindet sich damit im Widerspruch zu der Grundlage aller menschlichen Erkenntnis, diese nur durch Irrtum (Falsifikation) gewinnen zu können, wobei die Wahrheit allein einen negativen Inhalt (das etwas nicht geht) vermittelt. Der Wahrheit selbst ist ihre unmittelbare Gültigkeit immanent. Sie ist zwar ins menschliche Bewusstsein gelegt (hierauf beruht das Realitätsgefühl), der Mensch hat von ihr aber nur eine inhaltsleere Vorstellung, die auch als bloße Idee von einer Wahrheit umschrieben werden kann. Im Rahmen der Falsifikation entfaltet sie ihre unmittelbare Wirkungskraft (in der Erkenntnis des Irrtums). Mit einem positiven Inhalt ist sie nur als erleuchtende Offenbarung denkbar, das heißt mit einer inhaltlichen positiven Aussage (im Sinne eines Seins als seienden Zustand) würde ihre unmittelbare Geltungskraft eine allgemeingültige und nicht widerlegbare Wahrnehmung vermitteln. Diese Art der Erkenntnis wird daher auch vorwiegend in Bereichen postuliert, in denen die wissenschaftlichen, durch Falsifikation geprägten Erkenntnismethoden eine bestimmte Aussage nicht (im Sinne wissenschaftlicher Thesenbildung) belegen können, wie vor allem bei religiösen oder sonstigen weltanschaulichen Aussagen, wie generell bei metaphysischen Spekulationen. Auf Offenbarung berufen sich daher die klassischen Religionen, wie Juden, Christen und Muslime (in deren heiligen Bücher die Offenbarungen nach deren Glauben niederlegt sein sollen), aber nicht weniger viele moderne, selbst atheistische Weltanschauungen. Allen ist die idealistische Vorstellung gemein, dass Informationen die Form von allgemeingültigen Aussagen einnehmen können, wofür der wissenschaftliche Materialismus des Marxismus ein Beispiel gibt, einen Vorgang den man zurecht als Anmaßung von Göttlichkeit geißelt, weil die abstrakte Aussage einem Sein gleicherachtet wird. Hierin liegt aber im Ergebnis nur eine Instrumentalisierung der Vorstellung einer Erkenntnis durch Erleuchtung, die deren Kern als subjektives einzelnes Erlebnis nicht gerecht wird. Denn der eigentliche Akt einer erleuchtenden Offenbarung besteht in der höchstpersönlichen individuellen Erfahrung der Wahrheit, aus der die von ihr Betroffenen im Folgenden zumeist ihre sie motivierende Sprengkraft erhalten. Das heißt die Verallgemeinerung folgt erst aus der Instrumentalisierung. Mit anderen Worten kann man diesen Vorgang einer Erleuchtung auch als individuelle Wahrnehmung einer allgemeinen Gültigkeit umschreiben, bei der der Einzelne auf etwas real existierendes Allgemeines trifft. Das einzige real existierende Allgemeine, dessen der Mensch in eigener Wahrnehmung teilhaftig werden kann, ist die Eigenschaft seines Lebens als Teil eines allgemeinen die Welt belebenden Vorgangs, also Teil der allgemeinen Lebenskraft und damit nach Auffassung des Heiligtums der Kraft der Göttin zu sein. Diese Teilhaftigkeit kann er intellektuell weder herleiten noch ergründen, sondern nur (im Sinne einer Erkenntnis) wahrnehmen, wie sie den eigentlichen Inhalt des Bewusstseins als Bewusstsein seiner Selbst und der das Selbst belebenden Prozesse, des Werdens, bildet. Hierauf gründet auch das Realitätsgefühl und die Vorstellung von einer Gegenwart und damit von Zeit. Das heißt Gegenstand dieser unmittelbaren gültigen und absoluten Erkenntnis ist allein das Leben, weswegen man es in dieser Funktion auch mit einer Seele gleichsetzen kann, anders als nach dem herrschenden dualistischen Leib-Seele-Begriff. Das Leben nimmt der Mensch durch seine Gefühle wahr, wie es ihn die Liebe mit ihrer Leben begründenden Bindungskraft, die Lust als Freude am Werden und der Vorstellung eines Glückes, als den bewusst geworden Grund des Lebens, begreifen lassen. Hieraus folgt auch die besondere Bedeutung des Geschlechtlichen in diesem Zusammenhang, um die Unmittelbarkeit des Lebens zu erfahren. Wir sehen im Heiligtum in der belebenden Kraft eine Wirkung der göttlichen Potenz des Seins, als allgemeine Energie, die das Bewusstsein begreifbar macht. Sie enthüllt sich dem Menschen in allen Lebensformen und Lebensweisen als Schönheit des Lebens (die Liebe, Lust und Glück erfassbar machen). Die Schönheit ist der Plan der Göttin zur allgemeinen Belebung der Welt. Schönheit ist weder ergründbar noch kausal herzuleiten. Schönheit offenbart sich entweder oder sie wird nicht wahrgenommen. Daher ist die Schönheit die einzige Qualität des Lebens die nur durch erleuchtende Offenbarung erfahren werden kann. Denn sie spiegelt in ihrer Leiblichkeit nicht mehr und nicht weniger als den Leib unserer Göttin. Durch Erleuchtung vermittelte  Wahrnehmungen entziehen sich daher auch dem Wissen, sie sind gewissermaßen wissenslos. Denn Wissen verschafft dem Bewusstsein nur die Möglichkeit, (eigentliche) Erkenntnisse beliebig verfügbar zumachen. Gegenstände der Erleuchtung aber können mit den Mitteln der Wissens und in seiner virtuellen Form der Wissenschaft nicht begreifbar gemacht werden und entziehen sich daher auch deren Logik, gleichwohl erfolgende Versuche, wie in weiten Bereichen Theologie, bleiben notwendig dem virtuellen Bereich aller kultureller Erscheinungen nur verhaftet, können aber nie zum Kern der Offenbarung führen.

Beiträge:

Mittwoch, 25. Juli 2012

Leiblichkeit


Mit Leiblichkeit wird die Abhängigkeit des Lebens von der Materie umschrieben. Die Belebung der Materie erfolgt, indem die hierfür verantwortliche allgemeine Lebenskraft auf sie trifft. Sie ist ein leiblicher Prozess, bei dem eine allgemeine Energie auf die Materie stößt und dabei die betroffenen einzelnen Teile infolge der Bindungskraft sich in der Weise organisieren lässt, dass hieraus ein Leib entsteht. Die Energie selbst verfügt über Eigenschaften eines Seins (das heißt, sie ist vorhanden, ohne selbst bewirkt zu werden) und nimmt im Rahmen der ihr zukommenden universellen Plastizität die Richtung einer Kraft in Form der Lebenskraft an. Dies geschieht in der Weise, dass die hiermit verbundene Information an die einzelnen beteiligten materiellen Teile weitergegeben wird und diese sich zu lebende Einheiten verbinden lassen. Die belebende Wirkung beruht auf der verbindenden Kraft der hierzu gerichteten Energie. Der Schöpfungsakt besteht in dieser verbindenden Wirkung, die die sich entsprechend der vorgegebenen Information verhaltenden einzelnen Teile zu einem gemeinsamen Werden zusammenfügt. Dieser Prozess bleibt ein leibliches Werden, denn die Information selbst hat nicht Teil an dem Leben. Sie ist daher auch nicht dem Schicksal des Werdens unterworfen, das stets einen Anfang und ein Ende hat und damit sterblich ist. Die Information ist ihrer Bedeutung nach allgemein, da sie sowohl der räumlich wie auch zeitlich nicht begrenzten Vermittlung von Verhalten Einzelner bestimmenden Inhalten dient, als auch sich an eine Vielzahl einzelner Informationsempfänger richtet. Aus dieser scheinbar allgemeinen Gültigkeit folgern vor allem die Idealisten eine selbständige geistige Bedeutung der Information, die indessen ohne leiblichen Bezug jede eigene Bedeutung verliert. Nur in der Umsetzung in den Prozessen des Werdens kann sich die Gültigkeit einer Information erweisen, nicht anders als ein Rezept in einem Kochbuch. Hierin erweist sich auch der Primat des Leiblichen, Leben ist nur leiblich möglich. Viele Ideologien, vor allem idealistische, leugnen diesen Vorrang, indem sie dem informativen Gehalt Eigenschaften eines Seins beilegen und hierdurch dem transistenten Vorgang eines jeden Werdens und damit dem Leben selbst nur eine letztlich virtuelle Bedeutung zugestehen. Hierauf beruhte die Entleiblichung des Menschen im Christentum, in der der Leib selbst zur Last und seine Bedürfnisse zur Sünde erklärt wurden, wie sie als Folge der Verschriftlichung seit der Patriarchalisierung betrieben wurde. Damit wird aber unzulässigerweise eine Eigenschaft des der allgemeinen Belebung zugrundeliegenden Seins in Form der allgemeinen Energie auf die einzelnen inhaltlichen Vorstellungen übertragen. Hierdurch gelingt es, das Leben zu instrumentalisieren und das einzig leibliche Leben Einzelner bestimmten Interessen zu unterwerfen. Hierauf beruhen Missbrauch und Ausbeutung von Menschen, bis zur Forderung, deren Leben bestimmten Interessen aufopfern zu müssen, wovon die Geschichte voll ist. Der ideologische materialistische Gegenpol glaubt, allein durch Zusammenfügen von Information und Materie Leben schaffen zu können und unterwirft den Einzelnen und damit das eigentliche leibliche Leben ebenso allgemeinen Zielsetzungen, wie im Marxismus und auch im Sozialismus etwa dem eines Klassenkampfes. Damit wird wiederum eine Instrumentalisierung des einzelnen leiblichen Lebens bezweckt, um es einer Verallgemeinerung behaupteter Lebenszwecke zu  unterstellen. Indessen vermag weder der Geist, in seiner Eigenschaft als Information, noch die Materie, durch bloße Übernahme der Information, Leben werden zu lassen, sondern allein die verbindende und Einzelnes zusammenfügende Kraft der Energie schafft den Leib, wie sich daraus erweist, dass Leben stets nur in Ableitung von bereits bestehenden Lebensformen entstehen kann. Die Energie verstehen wir im Heiligtum als schöpfende Potenz und bezeichnen sie als göttliche Eigenschaft, in personalisierter Form auch als Gott oder Göttin, wobei das Bild der Göttin mit der ihr zugeschriebenen Fruchtbarkeit den Prozess der Belebung besonders zu verdeutlichen vermag. Diese Energie durchdringt den Leib des Menschen durch die von ihm empfundene Lust und Liebe und die Vorstellung von dem Glück. Dies sind Spuren der Göttlichkeit im Leben und in dem hierbei bewirkten Leib. Aus diesem Grund knüpft die Verehrung dieses Göttlichen wie im leiblichen Gebet  an diesen leiblichen Spuren an, da nur sie zum Ursprung des Lebens in Form der Göttinnen oder auch Götter führen können. Zu ihnen gelangt man nur über den Leib, indessen weder über den Geist (Information) noch über die Materie. Nur im Prozess des Werdens entfaltet sich die allgemeine Lebenskraft als Kraft der Göttin, die sich im leiblichen Gebet dem einzelnen Menschen eröffnet und sie ihre Bindungskraft als allgemeine Liebe erfährt. Aus der universellen Plastizität der göttlichen Energie, der auch die allgemeine Lebenskraft entstammt, folgt der Anspruch auf Vollständigkeit der Schöpfung, da im Rahmen der Universalität ein Jedes möglich ist. Der Mensch als hierbei bewirktes Ergebnis dieser Schöpfung erfährt diesen Anspruch als göttliche Liebe. Denn Vollständigkeit kann nur bedeuten, dass der Bewirkende sein entsprechendes Interesse auf die jeweiligen Ergebnisse richtet. Daher strebt die Göttin danach, sich mit dem Menschen wieder zu vereinen. In der Universalität des Prozesses ist die Vollständigkeit begründet. Die Liebe aber ist nichts anderes als eine Eigenschaft der göttlichen Energie, die das Einzelne zum Prozessganzen sich verbinden lässt, mit der Lust empfindet der Mensch das Werden und das Glück reißt den Himmel auf, um die Richtung seinem Streben vorzugeben. Dies erfährt der Mensch alles leiblich. Da Leben nur leiblich sein kann, lässt es sich auch nur über den Leib und dessen Bedürfnisse definieren. Die weitverbreitenden Versuche, das Leben und die Belebung mittels der Vorstellung vom Tod, also der Beendigung des Prozesses des Werdens, zu definieren, müssen scheitern und dienen allein ideologischen Zwecken.

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Gedichte:














Der Göttin Schöpfung



Samstag, 7. April 2012

Ideen


Idee meint einen Gedanken, bzw. eine Vorstellung und geht zurück auf das lateinische idea für Vorstellung, Gestalt, Beschaffenheit und auf das griechische ἰδέα (idea) für Vorstellung, Meinung, Aussehen oder zur zugehörigen Verbform für wissen, verstehen oder gesinnt sein. Die Bedeutung spiegelt die jeweilige vorherrschenden erkenntnistheoretischen Meinungen. Ausgangspunkt für eine Idee ist die Fähigkeit des Verstandes, bzw. des Bewusstseins zur Abstraktion. Durch die Eigenschaft des Bewusstseins zur Selbstwahrnehmung als wahrnehmendes Objekt und Subjekt zugleich spiegeln sich Wahrnehmungsinhalte von einer zur nächst höheren Stufe und so fort in theoretisch unbegrenzter Folge. Auf jeder Stufe kann das Ergebnis der Wahrnehmung beurteilt werden, so dass durch Hinzufügen oder Wegnehmen von danach für wesentlich oder unwesentlich erachteten Merkmalen das Ergebnis der Wahrnehmung nächster Stufe beeinflusst wird, aufsteigend spricht man von Abstraktion oder Verallgemeinerung, absteigend von Konkretisation. Die Abstraktion erfolgt dabei dadurch, dass immer mehr einzelne Merkmale weggelassen werden, um im Hinblick auf einen bestimmten Zweck die Wahrnehmung soweit zu verallgemeinern, dass sie mit der bei anderen ebenfalls verallgemeinernden entsprechenden Wahrnehmungen vergleichbar wird, so dass sie Gegenstand einer ausreichenden über ihnen zugeordneten Symbolen erfolgenden Kommunikation sein kann. Führt die Kommunikation zu einem gemeinsam verfolgten Ergebnis, wie mittels übereinstimmenden Inhalts ein Bestimmtes zu bewirken, war die Verallgemeinerung ausreichend und wird mit dieser Erkenntnis künftig dem verwandten Symbol zugeordnet. So entstehen Begriffe und deren Bedeutung. Die mit ihnen nunmehr verbundene Vorstellung ist abstrakten Inhalts und entspricht im Rahmen der ausreichenden Abstimmung (ohne je Identität erreichen zu können) dem jeweiligen Vorstellungsinhalt der Kommunikationspartner. Dieser allgemeine Inhalt der Vorstellung kann nunmehr auch als Information eingesetzt werden, die einem zwischen mehreren Beteiligten abgestimmten Verhalten, um Bestimmtes zu bewirken, wiederum zugrunde liegt. Die mittels Abstraktion sich einstellende Vorstellung ist daher nicht identisch mit der konkreten sich hierauf beziehenden Wahrnehmung eines Einzelnen, sondern mit dem verallgemeinerten Inhalt, der sich als zur Kommunikation ausreichend erwiesen hat, also dem abstrakten Inhalt. Von Idee spricht man nun gemeinhin dann, wenn mehrere so gewonnene Begriffe abstrakten Inhalts innerhalb eines Systems (als Beschreibung mehrschichtigen Verhaltens der Beteiligten zur Erreichung eines das System kennzeichnenden Zwecks) in fester abstrakter Bedeutung zusammengefügt werden, so dass sich hieraus innerhalb des Wertgefüges  des Systems auch für die Idee eine genau bestimmte Bedeutung ergibt. Diese Bedeutung leitet sich ausschließlich von den systemischen Zusammenhängen, innerhalb derer die Idee steht, her. Wie die Begriffe ist die Idee keine konkrete Wahrnehmung, sondern auf der Ebene der Information ein Ergebnis systemisch definierter allgemeiner, also abstrakter Inhalte. Je umfassender ein System ist, umso umfassender ist auch die Bedeutung, die solchen Inhalten beigelegt wird. Ideen sind mithin begriffliche Zusammenfassungen höherer Abstraktionsstufe, um systemische Inhalte komplex übermitteln zu können. Insofern sind sie von erheblicher ebenso heuristischer wie (informativ) kommunikativer Bedeutung. Ihre besondere und vor allem politische und auch philosophische Bedeutung erlangt die Idee aber durch ihre Erhöhung zum Idealismus, indem ihnen ein Sein zugeschrieben wird, kraft dessen sie eine eigene von den Lebenszusammenhängen losgelöste Bedeutung und damit Gültigkeit erlangen sollen. Politisch und auch weltanschaulich steht dahinter das Bestreben, ein System, innerhalb dessen der Inhalt der jeweiligen Idee definiert worden ist, anderen als zwingend vorzugegeben, sei es zu dessen Stabilisierung, sei es zu seiner Erweiterung. Der Idealismus gewann ein besonderes Gewicht zusammen mit der Verschriftlichung der Welt, als die wir die kulturell bedeutsame Durchsetzung der Schrift als maßgebliches Kommunikationsmittel und Kulturträger vor etwa 3000 Jahren bezeichnen. Nach ihm kommt den Ideen und damit den Begriffen und ihren abstrakten Inhalten alleinige oder die entscheidende Gültigkeit und damit Realität zu, während die jeweils werdenden Lebensformen, die durch Umsetzung abstrakter Information in Beiträgen der Beteiligten jeweils bewirkt werden, mithin auch in ihrer ganzen Leiblichkeit, zur Akzidenz, dem Unwirklichen verkamen. Denn ihre Erscheinung schien wegen ihrer Abhängigkeit von den sie bewirkenden Beiträgen, was wir als ihre Virtualität bezeichnen, unwirklicher zu sein. Nachdem alles Begriffliche seinen Inhalt ausschließlich durch die ihnen willkürlich zugewiesenen Definitionen erhält, während das Leben sich im eigenen Bewirktwerden auch inhaltlich erweist, gelang es dem Idealismus die Beliebigkeit der Begriffe zur Norm zu erheben und die Notwendigkeiten des einzelnen Lebens der Beliebigkeit der Ideen zu unterstellen. Damit war in religiöser wie in politischer Hinsicht ein der Kontrolle des Einzelnen entzogenes Herrschaftsinstrument geschaffen. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als Zivilisationsbruch, mittels dessen etwa für Jahrtausende die patriarchale Vorherrschaft über die Frauen eingeführt wurde. Aber auch heute leben hiervon Ideologien, auch solche, die behaupten, mit dem Idealismus gebrochen zu haben, wie Kommunismus und Sozialismus, von nichts anderem. Tatsächlich jedoch erfolgt hier eine Anmaßung von Göttlichkeit, indem dem Werden Eigenschaften zugeschrieben wurden, die allein einem seinsmäßigen und damit göttlichen  Ursprung entstammen. Die Vorstellung von einem Sein erlangt der Mensch aufgrund der Fähigkeit seines Bewusstseins, Leben als etwas Bestehendes zu erfassen. Obgleich genau genommen jedes Leben in jedem Augenblick nur das Ergebnis eines jeden einzelnen Bewirktwerdens ist, nimmt das Bewusstsein es so wahr, wie es der Information vorgegeben ist, aufgrund deren die am Werden Beteiligten ihr zum Prozess erforderliches Verhalten bestimmen. Hierdurch erlangt der Mensch auch das Bewusstsein der Gegenwart, die innerhalb eines engen zeitlichen Rahmens an sich nacheinander erfolgende gedankliche Abläufe als gleichzeitig wahrnehmen lässt. Das setzt eine Vorstellung von einem innerhalb eines zeitlichen und örtlichen Rahmens Seienden voraus. Dies ist identisch mit der Wahrnehmung des allgemeinen Lebens, das heißt die Vorstellung vom Seienden entspringt der Idee des Lebens. Nach Meinung des Heiligtums handelt es sich dabei um eine Folge der allgemeinen Lebenskraft, wenn diese ausgehend von etwas Seiendem, das wir das Göttliche, in personalisierter Form auch Göttin nennen, mit ihrer belebenden Wirkung auf das zu Belebende (und zuvor Tote) trifft und in dessen Wahrnehmung das Bewusstsein als sich selbst spiegelndes Objekt und Subjekt entsteht. Die Energie, deren zur Belebung erfolgende Ausrichtung der Mensch als Lebenskraft wahrnimmt, entstammt dem Sein und das Bewusstsein ermöglicht es dem Menschen diese Wirkung zu erkennen, wodurch er eine Vorstellung vom Sein erhält, ohne indessen selbst zu einem Sein zu werden oder es auch unabhängig von einer Vereinigung mit der Göttin werden zu können. Das Sein dient ihm aber als eine Art Blaupause bei der Gestaltung seiner Welt im Wege des mit anderen abgestimmten Verhaltens, mit dem er Gesellschaftliches und Kulturelles bewirkt, ohne indessen diesem ein eigenes Sein zu verschaffen. Vielmehr bleibt hier alles unmittelbar von seinen Beiträgen und damit von seinem Willen abhängig, mithin virtuell. Mit dem Versuch des Idealismus, den Ideen und abstrakten Inhalten ein Sein beizulegen, schwingt der Mensch sich aber zum Göttlichen auf, indem er vorgibt, Zustände zu schaffen, die dem göttlichen Sein entsprächen. Hierin liegt die ihm vorgeworfene Anmaßung und ebenso der Grund, warum noch nie das –allgemeine- Gute nicht zulasten der Leben der Einzelnen entartet ist und Gerechtigkeit stets zu einem Mittel der Unterdrückung anderer wird. Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Beliebigkeit der Begriffe jede Idee im Sinne bestehender Machtverhältnisse, auch demokratischer, inhaltlich umdefiniert hätte. In diesem Zusammenhang entpuppen sich Ideen als Trojaner, die in die den Einzelnen motivierenden Kräfte eingenistet werden, um seine eigenen Wege zur Wahrheit zu verbauen.

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Gedicht:

Montag, 12. März 2012

Systeme


Mit System (vom Altgriechischen σύστημα, systema, für Zusammengestelltes, Verbundenes, Gebilde) wird der Zustand des Zusammenwirkens verschiedener Einzelner mittels ihrer Beiträge zu einem gemäß einer ihnen vorliegenden Information zu einem übereinstimmenden Verhalten bezeichnet. Durch intelligente Verfahren ist dabei sichergestellt, dass die jeweils mit ihren Beiträgen Bewirkenden die jeweiligen Ergebnisse ihres gemeinsamen Zusammenwirkens zur Kontrolle ihrer eigenen Beiträge als Erkenntnisse wahrnehmen und mit der zugrundeliegenden Information abgleichen und hierauf gegründet ihre Beiträge verändern und anpassen können. Dem entspricht die Entwicklung der Informationsübertragung in der Biologie von einfacher zu korrigierender gegenläufiger Richtung bis zum sich selbst endlos wahrnehmenden menschlichen Bewusstsein, wodurch als Systeme  zu beschreibende Wirkungszusammenhänge erst entstehen können. Sie sind dabei Teil eines Werdens. Jeder systemischen Beschreibung liegt dabei ein Resultat zugrunde, das den unter einem System zusammengefassten Wirkungszusammenhängen zugeordnet wird. Hierin liegt die heuristische Bedeutung des Systembegriffs. Er ist immer beschreibend und nicht begründend, wobei jedoch die Vorstellung von einem System als Ergebnis eines herzustellenden Wirkungszusammenhangs in der rückgekoppelten Wahrnehmung durch einen oder die Bewirkenden in deren Informationsbasis eingeht und so die den Beiträgen zugrundeliegende Information inhaltlich mitbestimmt. Dies lässt von außen betrachtet ein System regelmäßig als geschlossener in sich selbst begründeter Zusammenhang erscheinen, was indessen eine Täuschung ist. Dieser unterliegt man umso mehr, umso zuverlässiger das gemeinsam zu Bewirkende in zeitlicher und räumlicher Hinsicht durch kontinuierliches aufeinander folgendes Verhalten der Beteiligten geschieht, wodurch virtuelle Kontinuen scheinbar erzeugt werden. Aber auch diese hängen in ihrer Beständigkeit ausschließlich von den sich verlässlich wiederholenden Beiträgen der Zusammenwirkenden ab, wobei sich systemische Zusammenhänge nur auf der Ebene der Information und hierüber bei der Bestimmung künftiger Beiträge der Bewirkenden auswirken können. Eine einem System zugeordnete entsprechende Selbständigkeit kann daher nur von virtueller Bedeutung sein.  Der Systembegriff entstammt  somit dem virtuellen Bereich, nicht anders als Symbole, Formen oder Ideen, indem man ihn durch verallgemeinernde Wahrnehmung auf einem abstrakten Niveau gewinnt, eine Gegenständlichkeit kommt ihm jedoch nicht zu. Gegenständlich bleiben insoweit allein die  zu einem abgestimmten Verhalten erbrachten Beiträge der Beteiligten, deren Bedeutung sich im Zusammenwirken einstellt. Als abstrakter Begriff können Systeme informativ kommuniziert werden. Eine besondere eigenständige Bedeutung kommt dem Systembegriff nur auf der Basis der Idealisierung der Begriffe zu, indem man diesen und nicht den mit ihnen bezeichneten Zusammenhängen Realität beilegt, um so das Erdachte als ein Sein zu definieren. Nunmehr scheinen Systeme eine eigene Realität und selbständige Bedeutung zu entfalten, indem die sich beim Zusammenwirken der einzelnen Beiträge einstellende Bedeutung dieser Beiträge unter Abstrahierung von ihnen dem System als eigenständige Leistung zuordnet. Es handelt sich hierbei um übliche begriffliche Spiele der Idealisten zur Vertauschung der Realitäten, die solange nicht auffallen, solange die begriffliche Information von den Beteiligten lückenlos umgesetzt wird, sie sich also systemisch verhalten. Damit wird deren Leben aber der Beliebigkeit der Begriffe ausgesetzt, was eine Grundvoraussetzung für jeden Missbrauch Einzelner darstellt. Dem soll hier durch die Verhaftung des Einzelnen in seiner Gegenständlichkeit und Leiblichkeit entgegengewirkt werden. 

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Sonntag, 12. Februar 2012

Verschriftlichung


a)  Unter Verschriftlichung versteht man den Gebrauch von geschriebenen Symbolen als Träger von Information, wie sie bei Einführung der Schrift und ihrer Verbreitung zum Träger der Kultur wurden, wobei wir zur Kultur alle Informationen als Mitteilungen zwischen Menschen zählen, auch solche, die auf ein bestimmtes Verhalten der beteiligten Menschen gerichtet sind, um hierdurch gesellschaftliche Einrichtungen, also Virtuelles zu bewirken. Mit Verschriftlichung der Welt bezeichnen wir dabei den Vorgang, dass die Erfassung und Verbreitung der Information, die für das Bewirktwerden aller kulturellen und gesellschaftlichen Erscheinungen maßgeblich ist, grundsätzlich -mit Ausnahme der durch unmittelbare Kommunikation konstituierten Kleingruppierungen-  schriftlich erfolgt. Jede kulturelle oder gesellschaftliche Erscheinung kann nur dadurch entstehen, dass sie durch das Verhalten der an ihr Beteiligten gemäß einer ihnen vorliegenden Information durch ein abgestimmtes Zusammenwirken bewirkt wird. Durch die Verwendung der Schrift konnte die hierbei erforderliche Information sowohl zeit- als auch raumübergreifend weitergegeben werden, wodurch völlig neue virtuelle Gestaltungen, auch unter nicht persönlich verbundenen und anonymen Beteiligten bewirkt werden konnten. Während zuvor nur solche virtuellen kulturellen und gesellschaftlichen Einrichtungen bewirkt werden konnten, für deren Informationsbedarf ein mündlicher Austausch ausreichte, erlaubte die Verschriftlichung weitaus größere und umfassendere Gestaltungen bis hin zu den ersten politischen Großreichen. Die Schrift selbst wird auf ägyptische Hieroglyphen und mesopotamische Keilschrift, beides aus dem vierten vorchristlichen Jahrtausend, zurückgeführt, eine wahrhaft kulturelle Bedeutung erlangte sie jedoch erst mit dem Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends, vor allem nach ihrer Alphabetisierung und Phonetisierung, wodurch den alphabetisierten Symbolen eine phonetisch sprachliche Bedeutung beigelegt wurde. Ebenfalls wurden zu dieser Zeit erst geeignete Symbolträger, wie die Papyri, gefunden. Erst damit konnte sich die Schrift zu einem Kulturträger entwickeln, der die etwa rhetorisch oder episch formalisierten mündlichen Informationsträger ablöste.   b)  Nunmehr begannen die schriftlichen Aufzeichnungen der mündlichen Überlieferungen, wie sie uns etwa von den aus dem 8. bis 6. vorchristlichen Jahrhundert stammenden Werken Homers, Hesiods und dem Alten Testament der Bibel bekannt sind; auch die überkommenen schriftlichen Nachweise des offenbar weitaus älteren Gilgamesch Epos stammen aus dieser Zeit. Hiermit wurde eine tiefgreifende Kulturwende eingeleitet. Zuvor galt die allein durch mündliche  Information getragene matriarchale Kultur. Sie ist für einen Zeitraum von knapp 40.000 Jahren nachweisbar, wie wir von aus dieser Zeit recht kontinuierlich vorhandenen archäologischen Funden in Form von die weiblichen Sexualmerkmale wie Brüste, Hüften und den Schambereich überbetonenden kleinen Statuetten sowie durch viele aufgezeichnete Mythen aus der vorschriftlichen Zeit wissen. Die Menschen bestimmten ihre Zusammengehörigkeit nach den Geburten durch die Mütter, in deren Schoß sie die Einbindung in den ewigen Kreislauf des Lebens zu erkennen glaubten. So wie sie den Kreislauf der Natur mit Frühling und Erblühen, Sommer und Reifen, Herbst und Vergehen sowie Winter und Tod erlebten, fanden sie ihn bei den Göttinnen bestätigt, die im Frühling ihren Gottsohn gebaren, ihn im Sommer oft als Gatten liebten, um ihn in der Reife des Herbstes wieder zu verlieren und ihren Tod im Winter zu betrauern, bevor alles wieder mit der Schwangerschaft und der Geburt im Frühling von neuem begann. Nachdem die Menschen die Bedeutung der Sexualität erkannt hatten, deuteten sie den Geschlechtsakt als Öffnung des weiblichen Schoßes, damit die wiederzugebärenden Seelen dort einkehren konnten. Auch der Schoß der Göttinnen wurde nunmehr von ihren Sohngeliebten geöffnet. Die Menschen erfuhren selber auch in der geschlechtlichen Vereinigung und dem dabei empfundenen orgiastischen Rausch ihre Teilhabe am göttlichen Lebenskreislauf, ein Erlebnis das auch Gegenstand ritueller Verehrung wurde. Die biologische kausale Vaterschaft indessen entdeckten die Männer erst mit Hilfe der Vermehrung ihrer Erkenntnisse, die ihnen die Verschriftlichung brachte.   c)  Mit ihr waren nicht nur eine gewaltige Erweiterung der Informationsbasis und deren Intensivierung verbunden, was unmittelbar die virtuellen Gestaltungen betraf, sondern sie verselbständigte zugleich die Abstraktion. Die Abstraktion ist in jedem Einzelnen als Fähigkeit zur Verallgemeinerung einer konkreten Wahrnehmung angelegt, indem das Bewusstsein wie im System sich endlos spiegelnder gegenüberstehender Spiegel ein Wahrgenommenes, wie es wiederum selbst wahrgenommen wird, spiegelt und dabei von Stufe zu Stufe immer höher gelangt. Aufgrund der zur sich selbst wahrnehmenden Wahrnehmung hinzutretenden Beurteilungsfähigkeit kann der Gegenstand der Spiegelung von Stufe zu Stufe aufsteigend durch Weglassen von Eigenschaften und absteigend durch deren Hinzufügen gewandelt werden. Die Abstraktion ermöglicht dabei aufsteigend eine einzelne Wahrnehmung soweit zu verallgemeinern, dass sie mit einer entsprechenden Wahrnehmung eines anderen Menschen vergleichbar wird. Mithilfe von Symbolen können diese sich dann hierüber austauschen, indem die Bindungskraft der Kommunikation die hierzu notwendigen Bahnen schafft. Ob die zwischen den durch die Kommunikation verbundenen Einzelnen ausgetauschte Information genügte, mithin ein jeder der Beteiligten seine inneren Wahrnehmungen ausreichend verallgemeinert hat, erweist sich am Erfolg ihres hierdurch ermöglichten Zusammenwirkens. Das heißt, die Wahrnehmungen in jedem Einzelnen müssen soweit verallgemeinert werden, dass sie für die zum gemeinsamen Bewirken eines festgelegten Ziels erforderliche Information ausreichen. Zu mehr kann die Verallgemeinerung nicht führen, vor allem nicht zur Identität der Wahrnehmungen, aber auch nicht zur Wahrheit. Diese erschöpft sich allein in dem Vermögen eines jeden Einzelnen, den Irrtum zu erkennen, soweit sie nicht Teil des allgemeinen Lebens und damit positive Bedeutung im Sinne einer Erleuchtung zu erlangen vermag. Die Verschriftlichung ermöglicht nun aber, den Inhalt einer jeweils individuellen Abstraktion mittels der Symbole aus der Transistenz des jeweils werdenden Lebens herauszulösen und auf der Ebene der Information zu vergegenständlichen. Von dort kann die Information von dem Einzelnen selbst wieder bei Bedarf erinnert werden, auch in anderem Zusammenhang, oder auch von anderen benutzt und als Gegenstand weiterer Verallgemeinerungen dienen. Damit entfaltet die Abstraktion eine selbständige Bedeutung, was ihr nur durch die Verschriftlichung möglich wurde. Nun konnten ganze Systeme im Wege der Abstraktion geflochten werden, die als Information Grundlage von entsprechend weitreichenden und komplexen virtuellen Gebilden werden konnte. Die Verschriftlichung wurde selber verallgemeinert und es bildete sich die wissenschaftliche Methode heraus, die Philosophie begann zu blühen, Mathematik und Kosmologie entstanden.   d)  Was dort indessen geschah, entfernte sich immer mehr von der bisherigen Kultur und deren Einbindung in den natürlichen Lebenskreislauf und stand dem männlichen Verständnis weitaus näher als dem weiblichen. Die Frauen definierten sich infolge ihrer körperlichen Eingebundenheit mit der gesamten Natur und mit deren Fruchtbarkeit, während die Männer ihre Stellung nur über funktionale, also bereits durch Abstraktion verallgemeinerte Aufgaben, wie Nahrung für andere zu besorgen oder für deren Sicherheit zu sorgen, fanden. Den Männern lag es daher näher, etwas zu bewirken, indem vorgegebene Informationen umgesetzt wurden, worauf sich ihre Macht gründete. Damit wirkten sich die durch die Verschriftlichung einstellenden Änderungen primär auf männliche Bereiche aus, erst sekundär über die  Beiträge der Männer auf die Frauen. Dies aber reichte, um der mit der Verschriftlichung beginnenden Entwicklung eine zunehmend mehr von männlichen Bedürfnissen bestimmte Richtung zu geben. Auch die wissenschaftliche Erkenntnis wurde zu ihrer Domäne und diese offenbarte ihnen nun recht bald den wirklichen Zusammenhang zwischen Geburt und Zeugung, dass nämlich der Mann einseitig durch Begattung einer Frau diese zu befruchten vermochte, ohne dass es auf die Einbindung deren Schoßes in den ewigen Kreislauf des Lebens ankäme. Auch bedurfte es nicht der willentlichen Mitwirkung der Frauen, man konnte einfach über ihren Schoß verfügen, sie auch mit Gewalt nehmen, sich ihrer bedienen. Hiermit nahm die sich neu ausrichtende Kultur ihre Fahrt zum Patriarchalismus auf, der die jahrzehntausende matriarchale Kultur gänzlich entzauberte und in einer beispiellosen Weise  eine ganze Geschlechtergruppe unterwarf. Die Frauen wurden zur männlichen Vermehrung instrumentalisiert und verloren darüber nicht nur ihre Sonderstellung, sondern auch alle über diesen Zweck hinausgehenden Befugnisse und Rechte, sie wurden weggeschlossen, mussten sich verhüllen und eine strenge Moral wachte über die wahre Urheberschaft des Mannes für seinen Nachwuchs. Denn diese war ständig dadurch bedroht, dass die Frau einem anderen Mann ihren Schoß öffnen konnte. Dies auszuschließen diente nahezu alle Moral. Die Männer aber lösten sich aus der sexuellen Abhängigkeit von den Frauen, indem sie das sexuelle Erlebnis, einst die Verbindung zu den Göttern schaffend, zur niederen Wollust abwerteten und die Frauen, die hieran teilhatten, zu Prostituierten machten. Nach dem kurzen phallokratischen antiken Zwischenspiel der Päderastie, die wahrhafte sexuelle Liebe nur in dieser homoerotischen Variante anerkannte, schritt die Verallgemeinerung dazu, vom Leben schließlich alle Leiblichkeit zu  abstrahieren und alles in der Idee eines einzigen männlichen Gottes münden zu lassen.  Die Idee wurde im Idealismus zu Realität, das Leben und die Bedürfnisse eines jeden einzelnen Menschen zu bloßen Akzidenz, das Sein der Begriffe wurde geschaffen.   e) Dies führte zum Zivilisationsbruch. Alle Zivilisation entstand durch gemeinsames Bewirken entsprechend der den hieran Beteiligten vorliegenden Information. Die Abstraktion, die die Information gewinnen ließ, kennt aber keine Wahrheit, sie ist nur daran zu messen, was das zu ihrer Umsetzung Bewirkte jeweils konkret für die hiervon betroffenen Einzelnen bedeutet. Durch die Verselbständigung der Abstraktion und dem eigenen Sein, das den Begriffen idealistisch beigelegt wurde, wurde nunmehr das Ergebnis der durch die fortschreitende Abstraktion gewonnenen Information allein nur noch am Allgemeinen, das heißt an einem anderen Abstrakten und nicht mehr an den konkreten Auswirkungen für die beteiligten Einzelnen gemessen, fern der in jedem Einzelnen gründenden Wahrheit und korrigierbar nur durch Zusammenbrüche der Systeme, bei denen die beteiligten Einzelnen stets unter die Räder des sogenannten Fortschritts kamen. Natürlich gab es kein Allgemeines, das wiederum ein anderes Allgemeines rechtfertigen könnte, Rechtfertigung fand sich ausschließlich, wenn das Allgemeine über das Bewirkte wieder zum Einzelnen kam. Tatsächlich führte diese den Zivilisationsbruch  darstellende Verselbständigung der Verallgemeinerung auch dazu, dass nunmehr beliebige Ziele außerhalb der Kontrolle der beteiligten Einzelnen bestimmt werden konnten und diese entstammten dann zumeist den Bedürfnissen derjenigen, die die Abstraktion der Systeme und deren Verwendung beherrschten. Der Einzelne selbst wurde schließlich darauf reduziert, was man seiner zumindest bedurfte, dass er die ihm aufgegebene Information noch zuverlässig umsetzen konnte. Mithilfe des Idealismus und der durch ihn eröffneten Beliebigkeit waren die Menschen auf diese Weise stets leicht zu beherrschen. Im Idealismus war für ihre Leiber mit Ausnahme des Existenzminimums, das in Wirklichkeit das erwähnte Funktionsminimum war, kein Raum und deren Bedürfnisse waren auf allgemeine Lustbarkeiten beschränkt, der individuellen Lust, vor allem der sexuellen zu frönen, galt als Sünde. Hiermit hielt die patriarchale Kultur ihre Herrschaft bis heute aufrecht.   f)  Selbst die Aufklärung, die an vielen Prämissen dieser Kultur nagte, benötigte mehr als dreihundert Jahre, bis Frauen erste Zweifel an ihre männliche Instrumentalisierung und Beschränkung auf die sie dominierenden männlichen Bedürfnisse anmelden konnten. Noch heute schlägt ihnen die ganze Gewalt der männlich verschriftlichten Kultur entgegen, wenn sie sich den Ursachen ihrer systematischen Entrechtung zuwenden. Denn die Dokumente dieser Kultur sind von den ersten großen Werken Homers, Hesiods und der Bibel an bis heute nichts anderes als eine hemmungslose Verherrlichung männlichen Wirkens in dem Bemühen, die Spuren der jahrzehntausende alten bei der Verschriftlichung liquidierten matriarchalen Kultur zu verwischen. Hiervon muss man sich befreien und die Bedeutung der Verschriftlichung als Träger der patriarchalen Kulturrevolution in allen ihren Formen richtig einschätzen, um zu dem Punkt zurückzugehen, bevor sie begann. Die Niederlage der matriarchalen Kultur mit ihrem Selbstverständnis einer natürlichen Verbundenheit mit dem Leibeskreislauf und der Leiblichkeit allen Lebens wurde zutiefst in das Wesen der aufgrund der Verschriftlichung entstandenen neuen patriarchalen Kultur eingebrannt und deren fortschreitendes Abstraktionsvermögen mit der in hierdurch selbst errichteten Systemen gegründeten inzestuösen Wissenschaftlichkeit erlaubt nur solche Wege, die die hiermit zu vereinbarenden Beweise vorwegnehmen. Daher ist es den Feministen bis heute nicht gelungen, sich vom eigentlichen Kern patriarchaler Herrschaft zu befreien. Allein, was wir erleben, ist, dass dem seinerzeitigen Zivilisationsbruch nunmehr ein Kulturbruch folgt, weil die Kultur angesichts der sich auflösenden patriarchalen Ordnung den Menschen für ihr Zusammenwirken keine passenden Formen mehr zur Verfügung stellen kann. Deshalb ist es unumgänglich zu diesem Zeitpunkt zurückgehen, als infolge der Verschriftlichung die patriarchale Kultur mit der Niederschlagung der alten Kultur und der Entrechtung der Frauen begann. Diesen Weg beschreiten wir im Heiligtum mit der Verallgemeinerung der göttlichen  Lust und Liebe, wenn wir an den Mythen und der durch sie vermittelten Lebensform der Leiblichkeit allen Lebens wieder anknüpfen, um den Weg, den die patriarchale Kultur einschlug von der Warte göttlicher Leiblichkeit aus noch einmal zu verfolgen.


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